Joyride Laboratories

Die Macher von Nikki And The Robots im Gespräch mit Zockerperlen
Bild

Die Jungs von Joyride Laboratories waren so freundlich und haben sich die Zeit für ein kleines Interview genommen, welches ich euch nun hier mit Freude präsentieren kann.

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen!

Zockerperlen: Hallo und erstmal vielen Dank, dass ihr euch die Zeit für dieses Interview nehmt. Stellt euch und euren Werdegang doch bitte kurz ein wenig vor.

Flo: Wir heißen Flo, Sönke und Niko, und zusammen sind wir die Joyride Laboratories, ein unabhängiges Game Studio in Berlin. Wir arbeiten gerade an unserem ersten Spiel “Nikki and the Robots”, einem 2D-Jump’N'Run für Linux, Windows und Mac.

Zockerperlen: Wie seid ihr zur Spieleentwicklung gekommen?

Flo: Ich habe an der Games Academy in Berlin ein Studium als Game Designer absolviert und danach als 3D-Grafiker bei zwei Spieleproduktionen mitgearbeitet. Nach Abschluss meines Japanologie-Studiums im Frühjahr 2009 habe ich zusammen mit Sönke die Joyride Laboratories gegründet.

Sönke: Ich habe an der TU Berlin Informatik studiert und danach als freiberuflicher Programmierer gearbeitet. Mit “Nikki and the Robots” entwickle ich nun zum ersten Mal ein Spiel.

Niko: Ich bin Quereinsteiger. Meine Qualifikation beruht hauptsächlich darauf, dass ich seit 1986 ein enthusiastischer Konsument von Computer- und Videospielen bin.

Zockerperlen: Wer ist bei euch für was zuständig?

Flo: Meine Aufgaben umfassen Game Design und Grafik, Sönke macht die gesamte Programmierung, und Niko arbeitet als Level Designer. Das Entwickeln der Gamekonzepte war und ist aber eine Gemeinschaftsarbeit. Und daneben gibt es natürlich auch noch viele weitere Aufgaben, die wir unter uns aufteilen.

Zockerperlen: Erzählt doch bitte ein wenig von eurem ersten Projekt: Nikki and the Robots

Niko: “Nikki and the Robots” ist ein innovatives Jump’N'Run, das die Ästhetik und Haptik seiner legendären Vorbilder aus den 80er Jahren mit aktueller Technologie verknüpft. Die Grafik beruht auf unserem “Überpixel”-Konzept, das heißt, wir verwenden eine grobgepixelte Ästhetik wie in den 80er Jahren, die aber tatsächlich in hoher Auflösung dargestellt wird – oder wie einer unserer Fans treffend bemerkte: 8-Bit in HD! Dies ermöglicht uns unter anderem eine sehr saubere Rotation von Sprites und weiche Bewegungsabläufe. Anders als in vielen herkömmlichen Jump’N'Runs wird außerdem eine richtige Physik-Engine eingesetzt. Die Bewegungen und Reaktionen der Spielobjekte werden also sehr realistisch berechnet.

In Hinblick auf das Gameplay gibt es auch einige Besonderheiten. So verfügt Nikki beispielsweise nicht über Waffen oder Items, die benutzt werden könnten. Nikki kann lediglich laufen, springen und Computerterminals benutzen. Mit letzteren kann Nikki sich in die gegnerischen Roboter einhacken, und diese benutzen, um die Levelaufgaben zu lösen.

Sönke: Für die Musik des kommerziellen Teils von “Nikki and the Robots” verhandeln wir übrigens gerade mit einer bekannten Indiepopmusikerin!

Zockerperlen: Wie lange arbeitet ihr nun schon an Nikki and the Robots?

Flo: Wir haben im Sommer 2009 mit der Entwicklung begonnen und arbeiten seitdem weitgehend vollzeitlich an dem Projekt.

Zockerperlen: Was für Software setzt ihr für die Entwicklung eures Spiels ein?

Sönke: Wir entwickeln unter Linux und verwenden vor allem freie Software, zum Beispiel Gimp, GHC, Qt, Chipmunk oder SFML.

Zockerperlen: Habt ihr bestimmte Einflüsse aus der Indiegames / Videospieleszene, wenn ja welche?

Flo: Seit meiner Kindheit haben japanische Videospiele einen großen Einfluss auf mich, vor allem die von Nintendo. Die Idee zur Gründung eines unabhängigen Studios hatte ich beim Spielen von “Cave Story”, einem großartigen Indiegame.

Sönke: N von Metanet, Cave Story und die Mario-Serie. Ich bin auch ein großer Fan der LucasArts-Adventure-Klassiker, obwohl ich nicht weiß, wie sich das auf die Entwicklung von Nikki auswirkt.

Niko: Ich stehe auch sehr auf N und die Mario-Serie, außerdem auf das alte Lode Runner von 1983 und die 2D-Metroid-Spiele.

Zockerperlen: Was ist eurer Meinung nach der Grund dafür, dass immer mehr Spieler auf Indiegames zurückgreifen?

Sönke: Es gibt seit einiger Zeit einfach ein immer größeres Angebot an Indiegames. Das liegt einerseits daran, dass die Spieleentwicklung von der technischen Seite aus immer einfacher wird und andererseits an neuen Vertriebswegen, die Independent Game Studios sehr entgegen kommen. Insgesamt ist es heute einfacher denn je ein Computerspiel zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Was ziemlich großartig ist.

Zockerperlen: Könnt ihr euch vorstellen euer Spiel auch auf WiiWare, XBLA oder PSN zu veröffentlichen?

Sönke: Im Moment planen wir eine solche Veröffentlichung zwar nicht, wir könnten uns das aber schon gut vorstellen. Allerdings müssten dafür einige technische und lizenzrechtliche Fragen geklärt werden.

Zockerperlen: Nikki and the Robots benutzt (wunderschöne, wenn ich das anmerken darf) 2D Grafik. Warum habt ihr euch für 2D entschieden?

Niko: Wir wollen an die Ästhetik von Jump’n'Runs der 80er und frühen 90er Jahre anknüpfen, und dazu hätte 3D-Grafik natürlich nicht gut gepasst. Weiterhin zwingt uns die Beschränkung auf zwei Dimensionen etwas mehr dazu, den Fokus auf ein ausgefeiltes Gameplay zu legen. Bei 3D besteht nach wie vor die Gefahr, dass die Grafik sehr weit in den Mittelpunkt rückt.

Sönke: Wir betrachten 2D-Grafik als ein passendes Stilmittel für unser Spiel. Und die Tatsache, dass 3D-Grafik heute sehr stark verbreitet ist, bedeutet für uns nicht, dass 2D-Grafik überholt oder veraltet sei.

Zockerperlen: Welche Eingabegeräte / Steuerungsarten wird Nikki and the Robots unterstützen?

Sönke: Man kann mit Tastatur oder Gamepad spielen.

Zockerperlen: Wie seht ihr die Zukunft der Indiegames?

Flo: Wir freuen uns, dass in den vergangenen Jahren weltweit so viele unabhängige Entwickler entstanden sind. Ich denke, dass Video- und Computerspiele aufgrund dieser Entwicklung noch interessanter und abwechslungsreicher werden. Viele Indiegames der vergangenen Jahre haben eine hohe künstlerische Qualität erreicht und können vielleicht auch dazu beitragen, dass Video- und Computerspiele als künstlerisches Medium anerkannt werden. Ich denke, dass sich Indiegames sogar zu der Avantgarde des Mediums entwickeln könnten.

Zockerperlen: Warum trägt der Bösewicht in eurem Spiel, Dr. Lacroix, eine Rot/Grün 3D Brille?

Flo: Das ist ein Ausdruck seines Größenwahns… Obwohl er in einer zweidimensionalen Welt lebt, will er trotzdem alles in 3D sehen können.

Zockerperlen: Könnt ihr euch schon zu einem ungefähren Releasetermin äussern oder ist es dafür noch zu früh?

Bild

Niko: Unser Releasekonzept sieht vor, zunächst den freien Teil des Spiels zu veröffentlichen. Dieser wird den Leveleditor sowie verschiedene Levels enthalten und grafisch in etwa dem entsprechen, was in unserem Concept Trailer zu sehen ist. Dieser freie Teil wird noch dieses Jahr veröffentlicht, einen genaueren Termin können wir allerdings noch nicht nennen. Nach der Veröffentlichung des freien Teils werden wir dann nach und nach die kommerziellen Episoden anbieten, welche über opulentere Grafik, eine Story und noch aufwändigere Gameplay-Elemente verfügen.

Zockerperlen: Wieviel wird Nikki and the Robots kosten? Oder wird es gar kostenlos?

Sönke: Der freie Teil wird natürlich kostenlos sein, und die Epsioden wird man zu fairen Preisen herunterladen können. (Anmerkung Zockerperlen: Mehr zum Veröffentlichungskonzept im aktuellen Blogeintrag auf Joyride Laboratories)

Zockerperlen: Habt ihr schon Pläne für die Zeit nach Nikki and the Robots?

Flo: Dazu können wir jetzt noch nichts genaueres sagen. Die Zukunft der Joyride Laboratories hängt zumindest teilweise auch von dem Erfolg von “Nikki and the Robots” ab.

Zockerperlen: Ich habe gesehen dass man sich in eurem Shop T-Shirts mit Motiven aus Nikki and the Robots kaufen kann. Wird es weitere Merchandise Artikel geben?

Niko: Wir würden sicher gerne noch alle möglichen Merchandise-Artikel anbieten, von USB-Raketenrobotern bis hin zu handsignierten Lacroix-3D-Brillen, aber das wird natürlich von der Nachfrage abhängen.

Zockerperlen: Was macht eurer Meinung nach ein gutes Spiel aus?

Flo: (lacht) Eine schwierige Frage. Ich denke, es kommt vor allem darauf an, wie gut sich ein Spiel anfühlt. Der Begriff “Gameplay” wird ja manchmal auch mit “Spielgefühl” übersetzt. Natürlich muss das Spielkonzept sowohl inhaltlich wie auch technisch gut umgesetzt werden. Im Vergleich dazu steht die Grafik sicherlich weiter im Hintergrund, aber ich würde nicht so weit gehen und behaupten, dass sie eigentlich unwichtig sei. Bei einem guten Spiel sollten sich alle Elemente wie Gameplay, technische Umsetzung, grafische Gestaltung und Sound harmonisch zusammenfügen.

Zockerperlen: Vielen Dank für dieses interessante Interview. Ich wünsche euch viel Erfolg mit Nikki and the Robots und bin sehr gespannt auf das erste spielbare Material.

Flo, Sönke und Niko: Vielen Dank für Euer Interesse!

Weiterführende Links:
- Nikki And The Robots
- Nikki And The Robots - Concept Trailer auf Youtube ansehen
- Joyride Laboratories – Offizielle Homepage
- Joyride Laboratories auf Facebook
- Nikki And The Robots auf IndieDB
- Joyride Laboratories Shop

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.

Kommentar verfassen

Alle Felder ausfüllen, ansonsten wird der Kommentar nicht gespeichert! Seid bitte nett zueinander, IPs werden gespeichert.

Name:


Homepage:


Eintrag:
Fetten Text einfügen Kursiven Text einfügen Unterstrichenen Text einfügen Zentrierten Text einfügen Hyperlink einfügen Bild einfügen  -  Smilie Smilie Smilie Smilie Smilie Smilie Smilie Smilie Smilie Smilie Smilie

Sicherheitsfrage: (Nötig um Spam zu vermeiden)
Wieviele E kommen in ZOCKERPERLEN vor?